Freitag, 9. Juli 2010

Talentsuche in den Banlieues

Die FTD berichtet über die Talentsuche des amerikanischen Botschafters in Paris in der Banlieue. 
Begabte Kinder bekommen Stipendien und werden in die USA eingeladen, nicht ganz ohne Hintergedanken.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Bettencourt-Dynastie - eine schrecklich nette Familie

Mit ihren mehr oder weniger dicken Umschlägen voller Geldscheine hat die schrecklich nette Familie Bettencourt die Regierung in Bedrängnis gebracht. Bislang lebten die Erben der L'Oréal Dynastie weitgehend im verborgenen, doch das hat sich durch die jüngsten Skandale gründlich geändert.
Die Affäre kam durch einen Entmündigungsprozess der Tochter Francoise gegen die 87-Jährige Mutter Liliane Bettencourt ins Rollen. Fast eine Milliarde Euro hatte die alte Damen einem Fotographen vermacht, der bereits in der Vergangenheit enge Beziehungen zu einsamen älteren Menschen mit einigen Milliönchen auf dem Konto gepflegt hatte. Für die ältere Dame war dies jedoch nur eine kleinere Aufmerksamkeit, schließlich steht die Erbin mit ihrem Vermögen von etwa 20 Milliarden Dollar an der 17. Stelle der reichsten Menschen der Welt. Um ihre Umnachtung zu beweisen, hatte der ehemalige Butler heimlich sämtliche Gespräche in der Wohnung der Erbin aufgezeichnet, darunter Unterhaltungen über Geldgeschenke an Politiker, Schwarzgeldkonten und illegale Steuersparmodelle. Ob die Tochter ihre Mutter heimlich belauschen liess, ist offen. Die Bänder landeten bei der Polizei, durch Zeugenaussagen einer Buchhalterin kamen Sarkozy und andere rechte Politiker ins Zwielicht.
Schon immer pflegten die Konzerngründer enge Bande zur Politik und waren dabei nicht immer zimperlich. Der Unternehmensgründer Eugène Schueller stand während der Besatzung dem rechten Rassemblement national populaire nah und verfasste glühende Schriften über die von ihm bewunderten Nazis. Er verkehrte mit der Cagoule, einer rechten Gruppierung, die auch Terroranschläge ausführte (Bekanntestes Mitglied: Francois Mitterand, der auch erst später zur Resistance fand). Erst gegen Ende der Besatzung nähert sich Schueller der Resistance an.
Das Geschäft litt kaum unter den politischen Wirren. 1907 hatte Schueller, der es als Sohn eines Bäckers zum Chemieingenieur gebracht hatte, die Firma "l'Auréale" zur Vermarktung eines von ihm patentierten Haarfärbemittels gegründet. Das Unternehmen florierte, denn der Mann aus einfachen Verhältnissen besaß Geschäftssinn. Nach dem Krieg brachte er seine Freunde von früher unter, auch André Bettencourt und Francois Mitterrand. Ersterer wird später sein Schwiegersohn, der auch den weiteren rasanten Aufstieg des Unternehmens begründet. Heute hat die Kosmetikfirma einen Börsenwert zwischen 50 und 60 Milliarden Euro. Auch André Bettencourt ging in die Politik, außerdem empfing er in seinem Haus regelmäßig Präsidenten, Minister und Abgeordnete. Für die gab es regelmäßig einen dicken Umschlag für die Kampagne. Nach seinem Tod im Jahr 2007 setzte seine Gattin die Tradition offenbar fort. Auch Nicolas Sarkozy soll nach Aussagen einer früheren Buchhalterin 2007 Schwarzgeld von der L'Oréal-Dynastie erhalten haben. Ob nach den Enthüllungen jedoch auch ermittelt wird, muss sich noch zeigen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Der Präsident und die Geldumschläge der L'Oréal-Dynastie

Eine Serie von Skandalen erschütterte die französische Regierung in den letzten Wochen. Jetzt gerät auch der Präsident Nicolas Sarkozy persönlich unter Druck. Eine ehemalige Buchhalterin der L'Oréal-Dynastie Bettencourt hat nach einem Bericht des Portals Mediapart über üppige Geldgeschenke in Briefumschlägen ausgesagt. Die politische Klasse soll beim vorstorbenen André Bettencourt ein- und ausgegangen sein und dann oft mehr oder weniger dicke Umschläge erhalten haben. Nach ihrer Aussage kam einer der Umschläge mit 150 000 Euro dem Präsidenten Nicolas Sarkozy zugute. 2007 soll ihn der heutige Arbeitsminister Eric Woerth für dessen Kampagne entgegengenommen haben.
Dieser getreue Gefolgsmann des Präsidenten steht bereits unter Beschuss, weil seine Gattin ausgerechnet in der Vermögensverwaltung der Dynastie angeheuert hatte und zwar während der Amtszeit von Eric Woerth als Finanzminister. Unter seiner Verantwortung bekamen die Bettencourts nach der Einführung des bouclier fiscal, der Obergrenze für die Steuerbelastung, eine Rückerstattung von 30 Millionen Euro. Pikant ist außerdem, dass die reichste Familie Frankreichs einen Teil des Vermögens in Steueroasen verschoben hat...

Sonntag, 27. Juni 2010

Berlin - la capitale du joint?

Berlin a ni la beauté de Paris, ni la puissance financière de Londres. Mais la ville mérite toutefois son superlatif : Berlin est en passe de devenir la capitale du joint. Le Sénat de Berlin, gouvernement du Land, a prolongé silencieusement, il y a quelques semaines, l'application d'une directive administrative permettant la possession de 15 grammes de haschich ou d'herbe. À l'exception de Berlin, nulle part en Allemagne il n'est permis de porter sur soi une telle quantité de cannabis. Seule la Tchéquie permet même la possession de 20 grammes.
À Berlin, l'objectif de cette régularisation consiste à libérer des forces policières jusqu'ici occupées à traquer les petits voyous, afin qu'elles puissent démanteler les réseaux de distribution.

La droite allemande a vivement critiqué cette politique mettant en avant les 155 victimes de la drogue, mortes en 2009. La responsable Berlinoise de la prévention contre l'abus de drogue fait également partie des détracteurs de cette politique préférant une limitation à 6 grammes.
En revanche, les petits dealers se réjouissent de cette décision. On les retrouve dans plusieurs parcs comme "Hasenheide" à Neukölln où ils essaient de se montrer discret entre les arbres ne se manifestant qu'en chuchotant les prix dès qu'ils voient d'hypothétiques clients. Si la police entreprend des rafles, ils prétendent être de simples consommateurs. Ils cachent d'autres petits paquets de la drogue dans le parc. En conséquence, la directive berlinoise leur facilite les "affaires".
Par ailleurs, le parlement local de Zurich va encore plus loin : il vient d`adopter un projet de loi sur la régularisation de la vente du haschich. Lors d'un projet-pilote accompagné par des scientifiques, la ville elle-ême vendra du haschich. Après deux ans, les députés discuteront les résultats.
Merci à Mélanie Scalone pour les corrections

Le Monde - Entscheidung für ein Investorentrio

Die Mitarbeiter der Zeitung Le Monde haben sich trotz der Warnungen Sarkozys mehrheitlich für das Investorentrio von de Pierre Bergé, Xavier Niel et Matthieu Pigasse ausgesprochen. Die Tageszeitung berichtet über das Verfahren.

Samstag, 26. Juni 2010

Vokabelliste bedingungsloses Grundeinkommen

Für viele Leser naht die Prüfungszeit. Als Service werden ab sofort regelmäßig Vokabellisten veröffentlicht. Die Zusammenstellung der Terminologie zum bedingungslosten Grundeinkommen hat Aurore Montaut erarbeitet, der an dieser Stelle herzlich gedankt sei.


Das bedingungslose Grundeinkommen - L'allocation (f.) universelle et inconditionnelle
Das Bürgergeld (Synomym von Grundeinkommen) - Le revenu citoyen/le revenu social garanti/le revenu d'existence
Hartz 4 - L'allocation Hartz 4
Die Bedürftigkeit - Le besoin, la précarité
Ein existenzsichernder Beitrag - Un revenu d'existence minimum
Die Finanzierbarkeit - Le fait de pouvoir être financé
Die verminderte Arbeitswilligkeit - Une volonté de travailler réduite
Förderung der Untätigkeit - La trappe à inactivité/incitation à rester au chômage
Die Zuwendung - L'allocation
Die Transferleistung - Les transferts sociaux (la redistribution), le revenu de transfert
Die ABM - La mesure en faveur de l'emploi
Die Geringverdiener - La population à faibles revenus
Die Nichtverdiener - La population sans revenus
Der Grundbedarf - Besoins primaires
Die gesellschaftliche Teilhabe - La participation à la vie de société
Der Mindestlohn - Le revenu minimum
Der Verdienstausfall - La perte de revenu
Die Sozialleistungen - Les prestations sociales
Die Grundsicherung - Les minimas sociaux
Die Steuerfreigrenze - Revenu brut mon imposable/Le seuil d'exoneration fiscale
Der Steuerfreibetrag - Le montant non imposable
Der Steuersatz - Le taux d'imposition
Die Bezieher der Zuwendung nicht brandmarken - Ne pas stigmatiser les bénéficiaires de l'allocation
Die neue französische Sozialhilfe - RSA/Revenu de solidarité active
Die Hilfe für Alleinerziehende - API allocation parent isolé
"Arm trotz Arbeit" (VERDI-Kampagne) - Les travailleurs pauvres
Eine Bettlermentalität - Un esprit d'assistanat
Sozial anerkannt werden - Acquérir de la reconnaissance sociale, être socialement reconnu
Die Förderung der Arbeitsaufnahme - L'accompagnement vers l'emploi
Die arbeitswillige Bevölkerung - La population voulant travailler
Die Bezugsberechtigten - Les ayant droits à une aide
Die negative Einkommenssteuer - L`impôt négatif (Milton Friedman) - complète de revenu percu à hauteur d'un certain pourcentage et d'un certain seuil
Die Bedürftigkeitsprüfung - Le contrôle des ressources
Eine Bedürftigkeitsprüfung erfahren - Être l'objet d'une enquête sur la précarité de ses revenus
Die Arbeitsteilung - La répartition du travail
Der Arbeitseinsatz - L'intervention (f.)
Die Umverteilung - La redistribution
Die Lohnkosten - Les coûts salariaux
werktätig - actif

Samstag, 12. Juni 2010

Le Monde: Sarkozy macht Druck gegen Investorentrio

Bis Freitag konnten potenzielle Investoren bei der Tageszeitung Le Monde ihre Gebote als Investoren abgeben. Ein Investorentrio, das noch im Rennen ist, scheint allerdings dem Präsidenten Nicolas Sarkozy nicht genehm zu sein. Libération berichtet von einem Anruf aus dem Elysée und der Einbestellung des Redaktionsdirektors zum Präsidenten. Dieser sprach sich ganz klar gegen das Trio von Mathieu Pigasse von der US-Investmentbank Lazard, Pierre Bergé, ehemaliger Partner des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent und Telekommunikations-Milliardär Xavier Niel aus. Deren Konsortium wollte 100 Millionen Euro in das Blatt investieren und die Unabhängigkeit nicht antasten.
Sarkozy dürften sie nicht genehm sein, da sie seinem sozialistischen Konkurrenten Dominique Strauss-Kahn nahestehen. In dem Gespräch am Amtssitz des Präsidenten sollen dieser und sein Berater damit gedroht haben, die zugesagte Finanzierung einer staatlichen Bank für die Druckerei zu blockieren. Dabei geht es immerhin um 20 bis 25 Millionen Euro. Für eine konkursbedrohte Zeitung dürfte das eine wirkungsvolle Drohung sein.